Liebe LeserInnen,

ich diesen Tagen hörte ich mehrmals den Satz: „ein Dialog ist
wichtig“. Es gibt ja dieses berühmte Sprichwort: „Durchs
Reden kommen d’Leut zam“. Was macht einen Dialog aus?
Heute möchte ich die Gedanken vom Theologen Karl Rahner
über Dialog mit Euch/Ihnen teilen. Er sagte: „Es kann und
muss heute Dialog sein. Kein feiger, kein relativistischer
Dialog, in dem die Partner ihre eigene Überzeugung nicht
mehr ernst nehmen und so eigentlich nicht wahrhaftig reden
können, weil sie nichts zu sagen haben; ein Dialog in echter
Freiheit, nicht bloß in Toleranz und jener Koexistenz, die
hingenommen wird, weil einem die Macht fehlt, den Gegner
zu vernichten... Der Dialog muss sich hüten vor Geschwätz
und Unverbindlichkeit. Der endliche Mensch des Dialogs
muss den demütigen Mut haben, sich seinen Partner
auszuwählen, weil er nicht mit allen reden kann, soll sein
Dialog nicht zu leerem Gerede entarten; er darf sogar auch
einmal für sich das Recht, ja die Pflicht erkennen, einen
Dialog (nicht den Dialog überhaupt!) abzubrechen, wenn er
auch bei strengster Selbstkritik und einem letzten (aber nicht
vorletzten!) Verzicht auf das Urteil über den anderen
Menschen sich zur Ansicht gezwungen erfährt, dass ihm hier
und jetzt nicht jener gute Wille auf der anderen Seite
entgegenkommt, der die Voraussetzung eines jeden Dialogs
ist.“
In diesem Sinne wünsche ich Euch/Ihnen eine gesegnete
Woche und Gottes Segen.

Euer/Ihr Pfr. Z. Brezovski